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In unserem Blog informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle steuerliche und rechtliche Entwicklungen, praxisnahe Steuertipps und wichtige Gesetzesänderungen, die insbesondere für Rechtsanwälte, Immobilienunternehmer sowie gemeinnützige Organisationen relevant sind.

Unser Ziel ist es, komplexe steuerliche Themen verständlich und kompakt aufzubereiten – mit einem klaren Praxisbezug und konkreten Handlungsempfehlungen. Ob neue Urteile, Änderungen im Steuerrecht oder Hinweise zur optimalen Gestaltung Ihrer steuerlichen Prozesse – hier bleiben Sie aktuell, informiert und rechtssicher.

Lesen Sie unsere aktuellen Beiträge, um Wissen gezielt für Ihre berufliche Praxis zu nutzen und strategisch fundierte Entscheidungen treffen zu können.

13. April 2026

Soloselbständige: Was Existenzgründer steuerlich wissen sollten

Selbstständige arbeiten selbst und ständig – und Soloselbstständige tun das komplett allein. Gerade in der Gründungsphase müssen viele Entscheidungen getroffen und steuerliche Fragen geklärt werden.

1. Selbstständig oder gewerblich?

Wer sich selbstständig macht, sollte zuerst prüfen (am besten mit Hilfe eines Steuerberaters), welche Art der Tätigkeit vorliegt:

  • Freiberufler wie Ärztinnen, Rechtsanwälte, Ingenieurinnen, Künstler oder Journalisten gelten als selbstständig – sie zahlen keine Gewerbesteuer.
  • Gewerbetreibende (z. B. Onlinehändler, Handwerker, Berater mit Angestellten) zahlen Gewerbesteuer, sobald ihr Jahresgewinn über 24.500 € liegt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie nicht nur die Steuerhöhe, sondern auch die Buchführungspflichten beeinflusst.

2. Einkommensteuer – die wichtigste Steuer für Soloselbstständige

Die Einkommensteuer ist die zentrale Steuerart für Soloselbstständige.
Sie wird auf den Gewinn erhoben – also auf die Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben.

In der Regel genügt hierzu eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Typische Betriebsausgaben sind zum Beispiel:

  • Miete oder anteilige Arbeitszimmerkosten
  • Software- oder Buchhaltungs-Abos
  • Fahrtkosten
  • Weiterbildungen und Fachliteratur
  • Anschaffungen und Abschreibungen

Bilanzierungspflicht besteht erst, wenn die Schwellenwerte von
800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn im Jahr überschritten werden.

3. Umsatzsteuer: Neue Grenzen ab 2025

Zum 1. Januar 2025 wurde die Kleinunternehmerregelung modernisiert.
Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit, wenn sie diese beiden Umsatzgrenzen einhalten:

  • Umsatz im Vorjahr: höchstens 25.000 €
  • Umsatz im laufenden Jahr: voraussichtlich unter 100.000 €

Wird die 100.000‑€‑Grenze im Laufe des Jahres überschritten, endet die Steuerbefreiung sofort, und es gilt automatisch die Regelbesteuerung.

Wichtig:
In der Gründungsphase gibt es keinen Vorjahresumsatz – neue Unternehmen starten deshalb regelmäßig als Kleinunternehmen. Erst beim Erreichen der 25.000‑€‑Grenze wird Umsatzsteuer fällig.
Bis dahin erzielte Umsätze bleiben steuerfrei.

4. Freiwilliger Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung

Wer zu Beginn größere Anschaffungen oder Investitionen plant (z. B. Computer, Maschinen, Büroausstattung), kann sich freiwillig für die Regelbesteuerung entscheiden.
Vorteil: Die Vorsteuer aus diesen Ausgaben kann beim Finanzamt zurückgeholt werden.
Nachteil: An diese Entscheidung ist man mindestens fünf Jahre gebunden.

5. Vorauszahlungen und Buchhaltung

Nach der ersten Steuererklärung setzt das Finanzamt meist vierteljährliche Vorauszahlungen fest (für Einkommensteuer und ggf. Umsatzsteuer).
Darum ist es ratsam, von Anfang an Rücklagen zu bilden, um Nachzahlungen zu vermeiden.

Eine digitale Buchhaltung hilft nicht nur bei der Übersicht, sondern auch dabei, Fristen, Belege und steuerliche Chancen im Blick zu behalten.

Fazit und Praxistipp

Die steuerlichen Regeln für Soloselbstständige sind vielfältig – besonders in der Anfangsphase.
Wer seine Gewinnermittlung, die Umsatzsteuerregelung und die Liquiditätsplanung geschickt aufeinander abstimmt,

  • vermeidet Risiken und
  • nutzt steuerliche Vorteile optimal.

Gerade beim Start lohnt es sich, einen Steuerberater hinzuzuziehen – er hilft, von Beginn an die richtigen Weichen zu stellen.

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